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TecLadies@Lunch mit Katja Bühler zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Am ersten TecLadies@Lunch am 23. April wurde angeregt diskutiert: Katja Bühler, Gruppenleiterin Elektronik Design + Test und Projektleiterin bei maxon gab einen Einblick in ihrem beruflichen Werdegang und in die Herausforderungen, die sie als berufstätige Mutter von drei kleinen Kindern zu bewältigen hat.  

In ihrer Präsentation zeigte Katja Bühler auf, welche Strategien und Modelle sie für die Arbeitsaufteilung im Beruf und zu Hause hat. Katja Bühler ist in einem 100%-Pensum tätig, ihr Mann betreut die Kinder und ist in der Eventbranche tätig, so dass er abends oder am Wochenende arbeitet. Katjas Arbeitstage und auch ihre Freizeit sind dicht gedrängt und durchgetaktet und fangen bereits um 4:30-5:00 Uhr morgens an. Trotz des grossen Arbeitsvolumens ist sie die Familienmanagerin.  

Die Diskussion zeigte: Es gibt unterschiedliche Modelle und diese sollten im Idealfall für die einzelnen Beteiligten auch möglich sein. Allerdings entspricht das nicht der gelebten Realität, denn es gibt noch immer grosse Hürden zu überwinden. Beispiele dafür sind:  

  • Unternehmen oder Vorgesetzte, die kleinere Pensen sowohl von Frauen, aber auch von Männern, nicht erlauben

  • oftmals vorhandene Vorurteile und vorgefasste Meinungen über Frauen, die höhere Pensen nach der Geburt eines Kindes beibehalten mit der Einstellung, sie seien „Rabenmütter"

  • eigene Schuldgefühle der Frauen, die darauf hinauslaufen, dass sie sich in ihrem Arbeits- und privaten Umfeld über ihre Entscheidungen ständig rechtfertigen müssen. 

Die letzten zwölf Monate zeigten, dass Homeoffice durchaus möglich ist, auch für Führungskräfte. Nach Katja Bühler ist Homeoffice nach der Pandemie eine wichtige Massnahme, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern und den Druck auf die Arbeitnehmer zu reduzieren. Eine Teilnehmerin merkte an, dass sie als Führungskraft Homeoffice bei ihren männlichen Teammitgliedern sehr unterstützt. Zusätzliche Massnahmen sind die telefonische Erreichbarkeit ausserhalb der festen Arbeitszeiten bei tieferen Arbeitspensen, das Vorleben von positiven Rollenmodellen und Teilzeit-Möglichkeiten auch bei Männern. Grundsätzlich sollten heterogene Modelle gelebt und durch die Arbeitgeber gefördert werden.

Teilnehmerinnen, die gerade ihr erstes Kind erwarten, teilten ihre Sorgen und Fragen bezüglich ihrer beruflichen Zukunft. So bot der Anlass auch die Möglichkeit, diesen Frauen Mut zu machen, sie zu bestärken, ihren Weg zu suchen und zu gehen, ohne sich einschüchtern zu lassen. Es wurde ihnen versichert, dass auch als junge Mutter ein Jobwechsel möglich ist. Auch ein hohes Arbeitspensum soll gelebt werden, ohne dass sich eine Frau ständig rechtfertigen müsse. 

Ein wichtiger Punkt bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist der Mental Load, unter dem vor allem Frauen leiden. Dieser Punkt, wie eine Teilnehmerin betonte, wird in den meisten Diskussionen zum Thema Vereinbarkeit Beruf und Familie vernachlässigt. Um den Mental Load möglichst gering zu halten, teilen ihr Mann und sie die Aufgaben im Haushalt auf. 

Nach einer Stunde war der Anlass leider vorbei, obwohl das Thema für eine angeregte Diskussion unter den Teilnehmerinnen sorgte. Ihr Wunsch ist es, in Zukunft diese Themen mit HR-Verantwortlichen zu besprechen und gemeinsam Massnahmen zu erarbeiten.  

Wir sind auf weitere Diskussionen gespannt! 

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Agenda Network

11.06.21

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