Besuch der Baustelle Göschenen für die zweite Röhre des Gotthard-Tunnels

Lara F., Mentee 2024–2025 von Swiss TecLadies, berichtet begeistert von ihrem Besuch auf der Baustelle des zweiten Gotthard-Tunnels in Göschenen.

Am Samstag, 29. März 2025, fand eine Besichtigung der Baustelle in Göschenen statt, wo derzeit die Arbeiten für den Bau der zweiten Röhre des Gotthard-Autobahntunnels durchgeführt werden.

Die Besichtigung begann im Gebäude der Bauleitung mit einer einführenden Präsentation der Mentorin Alice Panciera, die einen Überblick über das Projekt gab und den Entwurfsplan für den zweiten Tunnel erläuterte. Während der Präsentation wurde uns erklärt, wie mit dem Aushubmaterial verfahren wird. Der grösste Teil wird in weiteren Projekten wiederverwendet, beispielsweise bei der Neugestaltung der Autobahnkreuzung Airolo mit einer teilweisen Überdeckung der Autobahn, beim Bau des Tunnels selbst und bei der Sanierung des ersten Tunnels.

Bevor wir die wichtigsten Bereiche der Baustelle besichtigten, zogen wir orangefarbene Overalls an, um gut sichtbar zu sein, und Helme, um unseren Kopf zu schützen.

Die Besichtigung der eigentlichen Baustelle begann in den vier Kavernen, die früher für militärische Zwecke genutzt wurden und nun für die Herstellung der für den Bau des Tunnels erforderlichen Fertigteile dienen. Während der Besichtigung der Kavernen wurde uns die Bedeutung der Qualität der Fertigteile und der Qualitätskontrollen aller Materialien erklärt.

Anschliessend besichtigten wir die Betonierkaverne, in der sich die unterirdische Anlage zur Herstellung von Beton befindet, der für die Herstellung der verschiedenen Fertigteile unerlässlich ist.

Wir gingen dann weiter durch den Transportstollen bis zum eigentlichen Tunnel. Hier wurde uns erklärt, dass der erste Abschnitt der zweiten Röhre auf traditionelle Weise gebaut wurde, während der nächste Abschnitt mit einer mechanischen Fräse gegraben wurde. Da die Fräse gerade nicht in Betrieb war, hatten wir die Gelegenheit, näher heranzutreten und die bereits geleistete Arbeit zu beobachten: Bislang wurden etwa hundert Meter gegraben. Im Tunnel sahen wir auch eine Verbindung zum Servicetunnel, der bereits mit dem ersten Tunnel verbunden ist.

Der Tag auf der Baustelle in Göschenen für die zweite Röhre des Gotthard-Tunnels war eine sehr interessante Erfahrung, die es uns ermöglichte, eines der derzeit grössten Infrastrukturprojekte der Schweiz aus nächster Nähe zu beobachten.

Während der Präsentation und der Besichtigung des Tunnels wurden wir von unserer Mentorin Alice Panciera und ihrem Kollegen Jürgen Ebenhög begleitet, denen ich für diese fantastische Gelegenheit sehr dankbar bin.